Eine Kuh für Nataschas Küche
Mein Bild «Love is Love» hängt jetzt bei Natascha in der Küche. Eine Kuh mit Blumen, Herzen und zwei gekrönten Vögeln. Und bei einer Frau, die sich jeden Tag um richtige Kühe kümmert.
Vor einigen Tagen hat Natascha Eberhart das Bild bei mir gekauft. Dabei erzählte sie mir, dass es ihr erstes Originalkunstwerk sei. Dieser Satz ist bei mir hängen geblieben. Sich zum ersten Mal für ein Original zu entscheiden, ist etwas Besonderes. Dass ihre Wahl auf eines meiner Bilder gefallen ist, berührt mich.
Wir sind Nachbarn in der Burgdorfer Altstadt. Direkt neben meinem Atelier führt Natascha ihren Laden «101g Eberharts». Ein paar Schritte von meinen Bildern entfernt gibt es regionale Produkte und Spezialitäten vom Hof. Inzwischen kaufe ich immer wieder gerne bei ihr ein. Besonders die Joghurts haben es mir angetan. Und ihre selbst gebackene Züpfe. Die Nachbarschaft hat also auch ganz handfeste Vorteile.
Hinter diesem Laden steht eine Geschichte, die mich beeindruckt. In einem Porträt, der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) erfährt man mehr darüber: Natascha ist gelernte Metallbauerin und Werkstatt-Montageleiterin. Nach dem viel zu frühen Tod ihres Mannes entschied sie sich, den Landwirtschaftsbetrieb weiterzuführen, auch für ihre damals noch kleine Tochter. Heute ist sie Mutter von zwei Kindern und trägt Verantwortung für Hof und Laden.
Ich finde das bewundernswert. Sich all das zuzutrauen, verlangt viel Mut. Wenn ich nebenan einkaufe, begegne ich der Frau, die diesen Weg tatsächlich geht.
Besonders beeindruckt mich, wie genau Natascha ihre Tiere kennt. Sie erkennt am Verhalten einer Mutterkuh, dass es einem Kalb nicht gut geht. Die Kälber bleiben auf ihrem Betrieb rund zehn Monate bei den Mutterkühen. Nataschas Fokus liegt auf dem Wohlergehen, nicht auf der Rendite ihrer Tiere.
Und nun sehe ich meine gemalte Kuh in ihrer Küche, wo Natascha mit ihren Kindern rüstet, backt, arbeitet. Mich freut, dass das Bild mitten in diesem lebendigen Familienalltag seinen Platz gefunden hat.
Hängt ein Bild in der Küche, begleitet es dich täglich. Manchmal bleibt dein Blick daran hängen, manchmal nimmst Du im Vorbeigehen nur seine Farben wahr. Nach und nach wird es zu einem vertrauten Teil deines Zuhauses. Diese Vorstellung mag ich sehr.
Liebe Natascha, danke für dein Vertrauen. Es bedeutet mir viel, dass «Love is Love» dein erstes Original sein darf. Ich wünsche dir viele schöne Momente damit.
Und eine feine frische Züpfe hole ich kommenden Samstag!
Das erwähnte Porträt über Natascha Eberhart erschien am 8. Juni 2026 in der NZZ.